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Straßenlaternen in Italien Italien hat ein sehr vielfältiges Spektrum an Straßenlaternen, es dürfte nach jenem in Frankreich das größte in Europa sein. Neben der Vielfalt gibt es jedoch auch noch andere Gemeinsamkeiten bei den Produktspektren beider Länder. Wie in Frankreich gibt es in Italien vergleichsweise viele inländische Produktionsfirmen, was dazu führt, dass weniger Import stattfindet (besonders aus Deutschland). Und ebenso wie in Frankreich finden in Italien modernisierende Austauschaktionen der Straßenbeleuchtung nicht so flächendeckend statt wie in Deutschland, sondern eher bedarfsorientiert (bei Schadhaftigkeit) und somit eher punktuell. Doch auch im Design der verschiedenen Epochen ähneln die Leuchten Italiens eher denen Frankreichs als denen der Länder wie Deutschland, den Niederlanden oder Großbritanniens. Wie in Frankreich dominierten auch in Italien in den 1950er- und 1960er-Jahren die kelch- und kübelförmige Laternen. Ebenso sind dafür die für Deutschland so charakteristischen Langfeld- und Kurzfeldleuchten selten. Die stromlinienförmigen Leuchtköpfe sind hier ebenfalls viel verbreiteter als die in Deutschland so häufigen eckigen Kofferleuchten. Was es in Italien im Gegensatz zu Frankreich allerdings nicht gab, war Ende der 1960er-Jahre die experimentellere Phase beim Design der Straßenbeleuchtung, die in französischen Straßen mit den verschiedenen zylindrischen, kubischen, quader- und kugelförmigen Modellen zeitweise doch sehr prägend war. In Italien geht die Modernisierung der Straßenbeleuchtung wesentlich langsamer voran als in Deutschland. Im Norden des Landes tendenziell schneller als im Süden, in den Städten schneller als im ländlichen Raum. Neben den zahlreichen Leuchten italienischer Firmen sind französische Laternenhersteller in Italien vergleichsweise stark präsent. Hingegen sieht man Produkte deutscher Firmen wie Siemens oder AEG selten. Wie schon in früheren Artikeln (kritisch) festgestellt wurde, tritt aber auch hier eine allmähliche Angleichung zu den Produktpaletten anderen Länder ein, was maßgeblich an den immer strenger werdenden EU-weiten Ausschreibungsregelungen der entsprechenden Montageaufträge liegen dürfte. Dennoch ist das Laternenspektrum in Italien immer noch sehr groß, abwechslungsreich und Freunde älterer Modelle kommen hier weit mehr auf ihre Kosten als in Ländern wie Deutschland, das bei der Modernisierung des Leuchtenbestandes ein ganz anderes Tempo vorlegt.